Franziskanische Familie

„Laudato Si' Woche“

5. Jahrestag der Enzyklika „Laudato Si': Über die Sorge um unser gemeinsames Haus“

Zum fünften Jahrestag seiner Enzyklika „Laudato Si': Über die Sorge um unser gemeinsames Haus“ hat Papst Franziskus den 16. bis 24. Mai zur „Laudato Si' Woche“ erklärt.

Der Franziskaner Richard Rohr behandelt ab heute in seinem täglichen Newsletter dieses Thema und das Anliegen der Enzyklika, das auch für vivere - Geschwister interessant sein könnte und sollte: „Franziskanische ökologische Weisheiten“ nennt er diese Reihe (von So 22.05. - SA 23.05.2020) Ich möchte dich bitten, dass du auf der Homepage dafür wirbst, dass die LeserInnen sich mit diesen täglichen Meditationen beschäftigen. Es gibt dazu 2 Möglichkeiten:

Variante 1: Mit dem Link https://cac.org/category/daily-meditations/2020/05/ kommt man auf das Archiv des CAC (von R. Rohr). Der Impuls ist aber auf Englisch. (Tipp: Im Browser „Chrome“ ist eine gute Übersetzungsfunktion integriert.)
Variante 2: Wer möchte, kann mit Ulrich oder Joachim per Mail in Kontakt treten. Die beiden beschäftigen sich täglich mit den Newsletters von R. Rohr und helfen auf Wunsch gerne beim Übersetzen und Verstehen der Gedanken. Texte aus der Enzyklika laudato si von Papst Franziskus sowie Impulse von R. Rohr werden das Thema des nächsten Werkstatt-Tages der vierere-Gruppe Rheinland sein. Auch dazu kann man bei den beiden detailliertere Infos erhalten.

Ich weiß aus Erfahrung, dass die Enzyklika "Laudato si" sehr gute Anregungen gibt, wie Vivere - Geschwister und vivere Gruppen sich ganz praktisch mit dem Thema "Bewahrung der Schöpfung und Geschwisterlichkeit mit allen Geschöpfen und weltweite Gerechtigkeit" auseinandersetzen können.

Und die kurzen überschaubaren Impulse von R. Rohr können einen Zugang zur Enzyklka und zum Thema "Franziskanische Schöpfungsspiritualität“ erleichtern.

Joachim Schick:
Ich selbst habe im letzten Jahr im Rahmen von kirchlicher und schulischer Bildungsarbeit eine Lesereihe zur Enzyklika mit verschiedenen Medien, Methoden und Zusatztexten erstellt. Wer Interesse hat, kann sie bei mir erhalten.

Joachim: joachim001schick@gmail.com
Ulrich: ulrich.rau@t-online.de


Newsletter - Sonntag den 17. Mai 2020 von R. Rohr als Einstieg:

Zum fünften Jahrestag seiner Enzyklika „Laudato Si ': Über die Sorge um unser gemeinsames Haus“ hat Papst Franziskus den 16. bis 24. Mai zur „Laudato Si' Woche“ erklärt. [1] Die täglichen Meditationen in dieser Woche konzentrieren sich darauf, wie die franziskanische Spiritualität uns dazu zwingt, als Reaktion auf „den Schrei der Erde und den Schrei der Armen“ zu handeln. Ich muss zugeben, dass mich die minimalen Anstrengungen, die die meisten Christen unternehmen, um für die Erde zu sorgen, selbst an diesem kritischen Punkt oft entmutigen. Die Pandemie hat unsere Bereitschaft gezeigt, Opfer zu bringen - zumindest bis zu einem gewissen Grad -, um unsere Mitmenschen zu schützen, aber wir haben nicht die gleiche Bereitschaft gezeigt, auch nur kleine Änderungen vorzunehmen, um die Erde zu schützen oder zu heilen. Ich hoffe das wird sich ändern!

Der Theologe Pater Joshtrom Isaac Kureethadam, der ausführlich über Laudato Si 'studiert und geschrieben hat, fordert uns auf, die Warnungen sowohl der Wissenschaft als auch unseres Gewissens zu beachten:

Heute verfällt unser gemeinsames planetarisches Zuhause. Wir stehen vor einer beispiellosen globalen Herausforderung in Bezug auf die Nachhaltigkeit unseres gemeinsamen Hauses, die die Zukunft der menschlichen Zivilisation in Frage stellt. . . . Im 2. Kapitel des Johannesevangeliums gibt es einen Vers, den die Jünger Jesus zuschreiben, wenn er Geldverleiher und Verkäufer von Schafen und Rindern aus dem Tempel von Jerusalem vertreibt: „Eifer für dein Haus wird mich verzehren“ [Joh 2:17). Vor diesem Vers sagt Jesus denen, die die heilige Stätte zerstören: "Hört auf, das Haus meines Vaters zu einem Marktplatz zu machen!" [Johannes 2:16]. . . . Heute könnten und sollten wir dieses Haus als unser gemeinsames planetarisches Zuhause verstehen. Es ist dieses gemeinsame Zuhause, das heute geplündert und entweiht wird. Bezeichnenderweise ist unser gemeinsames Zuhause auch Gottes eigenes Haus, das von Beginn der Schöpfung an vom Geist Gottes durchdrungen ist, wo der Sohn Gottes im höchsten Ereignis der Inkarnation (Menschwerdung) sein „Zelt aufgeschlagen“ hat. In diesem gemeinsamen Haus wohnt Gott mit der Menschheit zusammen und wir (Menschen) wurden mit der Verwaltung (Hege und Pflege dieses einen Hauses) betraut, wie wir im Buch Genesis [2:15] lesen.

Die gegenwärtige ökologische Krise zeigt in der Tat genau unsere Unfähigkeit, die physische Welt als von göttlicher Gegenwart durchdrungen wahrzunehmen. Wir haben die erhabene Vision der physischen (Materiellen) Welt als Gottes eigener Wohnung, der durch die Inkarnation des Sohnes Gottes geheiligt wurde, mit der eindimensionalen mechanistischen Sichtweise der Moderne ausgetauscht. Dementsprechend wird die physische (materielle) Welt zu einem bloßen Lagerhaus von Ressourcen für den menschlichen Verzehr, nur zu Immobilien für Marktspekulationen. . . . Durch die Verschmutzung von Land, Luft und Wasser des Planeten haben wir unser gemeinsames Zuhause, das auch Gottes eigenes Zuhause ist, degradiert. Wir haben diese heilige ‚Wohnung‘ in einen Marktplatz verwandelt. In einer Situation planetarischer Not(fälle) wie dem Zusammenbruch unserer planetarischen ‚Wohnung‘ müssen wir erneut vom Eifer für unser gemeinsames Zuhause entbrannt (Feuer und Flamme) sein.